John Cranko - Kindheit und Jugend in Südafrika

John Crankos Verbindung zu seinem späteren Beruf begann damit, dass ihm seine Eltern statt Märchen Ballettgeschichten erzählt haben. Daraus erwuchs ein umfassendes Interesse, das über den Tanz zu anderen Kunstformen in Verbindung mit Musik führte. Seine Faszination ging so weit, dass er nur den Wunsch hatte, Choreograph zu werden.

 

Im Alter von 12 Jahren bekam er ein Puppentheater geschenkt, fertigte in der Folge selbst eine Bühne an und versuchte sich an Bildern, Kostümen, Marionetten und eigenen Versen.

 

Den ersten Ballettunterricht erhielt er mit 14 Jahren bei Marjorie Sturman. Ein Theatergastspiel aus Kapstadt nutzte er, um als Mithelfer hinter der Bühne Kontakte zu knüpfen. So kam es auch zum ersten Einspringen für einen Tänzer.

 

Als Cranko auf der Ballettakademie der Universität Kapstadt aufgenommen wurde, erkannte deren Direktorin Dulcie Howes, bei der er entfernungsbedingt auch wohnte, seine stärkere Berufung zum Choreographen als zu einer Tänzerkarriere. Sie rühmte seine Musikalität, seinen Sinn für Bewegungen und seine blühende Phantasie. Die erste Choreographie ließ auch nicht lange auf sich warten: für den Cape Town Ballet Club in Johannesburg entwarf er Strawinskys "Geschichte vom Soldaten".

 

Mit der "Holberg-Suite" kreierte er im Alter von 18 Jahren sein erstes handlungsloses Ballett. Cranko konnte also während seiner tänzerischen Ausbildung bereits ungewöhnlich viele choreographische Erfahrungen sammeln. Von den noch in Südafrika entstandenen Werken wurde die "Tritsch-Tratsch-Polka" als einziges später auch in Europa aufgeführt.

 

Bald war das tänzerische bzw. choreographische Umfeld Südafrikas seinen stetig wachsenden Ansprüchen, auch im Sinne eines weiteren Lernprozesses, nicht mehr gewachsen. Nur ein Ortswechsel konnte Abhilfe schaffen: in London erhoffte sich Cranko bessere Chancen.

 

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