Onegin

nach Alexander Puschkin

 

Musik: Peter Tschaikowsky
Arrangement und Instrumentation:

Kurt-Heinz Stolze

Bühnenbild und Kostüme:Jürgen Rose
Musikalische Leitung: Kurt-Heinz Stolze

Uraufführung:

13.4.1965

Onegin:Ray Barra
Tatjana:Marcia Haydée
Lenski:Egon Madsen
Olga:Ana Cardus
Gremin:Kenneth Barlow

 

Nachdem die Verwendung von Musik aus Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin" abgelehnt wurde, hatte Crankos Freund Kurt-Heinz Stolze den rettenden Einfall, aus unbekannteren Klavierkompositionen sowie dem Hauptmotiv aus der Symphonischen Dichtung "Francesca da Rimini" eine neue Partitur einzurichten und im Duktus des Komponisten zu instrumentieren. Dabei ist es Stolze gelungen, dem Zuhörer und Zuschauer mittels eines Leitmotivs im selben Maße Handlungszusammenhänge hilfreich zu erläutern, wie dies Cranko in einer unglaublichen Reife und Tiefe der Empfindungen choreographisch auf den Punkt gebracht hat.

 

Die Gegenüberstellung von Onegins düsterer Grundhaltung und humorvollen Details der Handlung erbringt neben einem starken Kontrast auch eine größere Fallhöhe der Handlung. In den beiden zentralen Pas de deux erreicht Crankos menschliche Expressivität einen absoluten Höhepunkt, wenn nicht gar den Gipfel in der Geschichte des Balletts. Im ersten Pas de deux, der Briefszene Tatjanas, wird in Form eines leidenschaftlichen Traums die Handlung genial ins Tänzerische übersetzt. Die Pas de deux sind schlichtweg vollkommen und bedürfen keines einzigen Wortes zur genaueren Aussage.

 

Bei der ersten USA-Tournee 1969 löste dieses Ballett regelrechte Begeisterungsstürme aus, wie sie nicht einmal annähernd zu erwarten waren. Begriffe wie das "Stuttgarter Ballettwunder" sowie die aufgrund von Bennungen der amerikanischen Presse erfolgte Umwandlung vom Ballett der Württembergischen Staatstheater zum Stuttgarter Ballett gehen aus diesem triumphalen Gastspiel hervor.