Initialen R.B.M.E.

Musik: Johannes Brahms (2. Klavierkonzert B-Dur op.82)
Solist:

Albert Schalker

Bühnenbild und Kostüme:Jürgen Rose
Musikalische Leitung: Bernhard Kontarsky

Uraufführung:

19.01.1972

 

1.Satz:Richard Cragun
2.Satz:Birgit Keil
3.Satz:Marcia Haydée, Heinz Clauss
4.Satz:Egon Madsen

 

Dieses außergewöhnlich konzipierte Ballett demonstriert am deutlichsten, wer Cranko als Mensch und Choreograph gewesen war. In Seelenverwandtschaft zu Johannes Brahms, der sich leidenschaftlich zu Liebe und Freundschaft bekannte, huldigte er diesem mit einer Vertanzung seines zweiten Klavierkonzertes, das Brahms selbst 1881 in Stuttgart zur deutschen Erstaufführung gebracht hatte. Auf der anderen Seite drückte Cranko im Zuschnitt der Choreographie auf Marcia Haydée, Birgit Keil, Richard Cragun und Egon Madsen seine Freundschafts- und Liebesempfindungen ihnen gegenüber aus.

 

Der erste Satz passt wie angegossen auf den Sprungkünstler Richard Cragun, der zweite auf die Makellosigkeit in Technik und Linie Birgit Keils, der dritte auf die Pas de bourrée Künste Marcia Haydées, gestützt vom allgemein als Partner hochgeschätzten Heinz Clauss, und der vierte Satz auf das Bewegungstalent Egon Madsens. Jeweils dazu passend accompagniert das unterschiedlich eingesetzte Corps de Ballet.

 

Dieses Ballett, das alle Anforderungen Crankos hinsichtlich Präzision und Einfühlungsvermögen zusammenfasst, wurde nach längerer Pause zur Eröffnung des Festivals, anlässlich John Crankos 70. Geburtstag wieder einstudiert. Die Widmungsträger waren zwar inzwischen von der Bühne abgetreten, doch standen als erste Solisten Margaret Illmann, Yseult Lendvai, Robert Tewsley und Vladimir Malakhov zur Verfügung – vier Künstler, die auf ähnlichem Niveau den vier Satz-Charakteren entsprechen.